Was bedeutet eigentlich Retusche?

Der Begriff Retusche kommt aus dem Französischen und bedeutet schlicht Nachbesserung.

Der Wunsch nach einer Retusche von Fotos ist so alt wie die Fotografie selbst. Nicht nur im Sinne einer Nachbesserung, sondern auch im gezielten Verändern der Aussage, des im Gegensatz zur Malerei oder Lithografie als unbestechlich geltenden neuen Verfahrens.

In der vordigitalen Druckvorstufe gab es noch den Retuscheur, auch Reproretuscheur genannt bzw. den Farb-Retuscheur, den Schwarz-Weiß-Retuscheur oder Duplikat-Retuscheur, der analoge Vorlagen so bearbeitet hat, dass drucktechnisch bedingte Nachteile ausgeglichen wurden. Zusätzlich wurden natürlich auch damals schon gezielte Retuschen vorgenommen um den Bildinhalt, die Bildaussage oder Bildstimmung zu verändern.

Heute werden die Begriffe Retusche oder Bildretusche in erster Linie im Sinne von Verbesserung oder Vervollkommnung von Bildern verwendet. Digital erstellte Bilder haben heute im Allgemeinen eine hohe technische Qualität. Trotzdem gibt es störende Lichtreflexe, unerwünschte Schatten, Fehlbelichtungen und natürlich Fehler im Motiv selbst, die gemildert oder entfernt – die retuschiert werden müssen.

Oder es werden Änderungen gewünscht die ohne Retusche nicht oder nur mit sehr großem Aufwand möglich sind. Klassisches Beispiel ist die Gruppenaufnahme wo Personen nachträglich einmontiert oder entfernt werden sollen. Bevor das ganze Shooting wiederholt werden muss, was oftmals gar nicht möglich ist, kommt die Retusche zum Einsatz. Da werden dann Größe und Proportionen, Licht, Schatten und Farbstimmung der einzufügenden Personen retuschiert um zu einem stimmigen Endergebnis zu kommen.

Es gibt verschiedene Spezialgebiete der Retusche wie zum Beispiel die Beauty-Retusche, in der schon mal die eine oder andere Abweichung vom Ideal verschwinden darf, die Architekturretusche im Bereich der Architekturfotografie, die der Zeit bis zur Vollendung eines Hauses etwas vorgreifen kann oder die Maschinenretusche, bei der speziell Maschinen und Werkzeuge retuschiert werden, um auch noch die letzten Details sichtbar zu machen.

Zu allen Zeiten galt, dass niemand sehen durfte, dass ein Bild retuschiert worden ist.

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